Die neue Etablierung des deutschen Hörbuchmarkts und seine aktuellen Entwicklungen

In Deutschland steigt der Verkauf von Hörbüchern seit Mitte der 1990er Jahre immer weiter an, denn Hörbücher scheinen ein beliebtes Medium für Jung und Alt zu werden, welches sich unter Berücksichtigung verschiedenster Faktoren immer weiter etabliert.

Als innovatives Medienprodukt kombiniert das Hörbuch die Informationsinhalte des gedruckten Buches mit Tonträgermedien und steht damit in direkter Konkurrenz zum klassischen gedruckten Buch. Gerade im Bereich der Kinder- und Jugendhörbücher sind die größten Erlöse der Hörbuchverlage zu verzeichnen. Aber auch Ratgeber und kreative Bereiche wie Musik und Kunst sowie die Geisteswissenschaften sind sehr gefragt.

Die neue Etablierung des deutschen Hörbuchmarkts

Aktuelle Entwicklungen im deutschen Hörbücher- und Hörspielmarkt

Der Hörbücher- und Hörspielmarkt weist eine gravierende Forschungslücke auf, der es an einer eingehenden Marktanalyse fehlt. Hörbücher stellen nicht nur einen wichtigen Entwicklungstrend auf dem Buchmarkt dar, sondern bieten zahlreiche Chancen für den Online-Vertrieb. Doch überraschenderweise wurde das Hörbuch von den Medienwissenschaften aus undefinierbaren Gründen bislang nicht sonderlich beachtet. Dies mag zum einen auf dem bislang niedrigen Umsatz des Hörbuch- und Hörspielmarkts liegen, zum anderen wirft die neue Entwicklung die Frage auf, ob Hörbücher langfristig gesehen die klassisch gedruckten Bücher verdrängen werden. Um jedoch das Wachstum und die Genrevielfalt auf dem deutschen Hörbuch- und Hörspielmarkt beurteilen zu können, bedarf es einer Erklärung der Begriffe „Hörbuch“ und „Hörspiel“, die unterschiedliche Merkmale aufweisen.

Das Hörbuch

Als Hörbuch bezeichnet man ein vorgelesenes Buch, welches in gedruckter oder elektronischer Form existiert. Leicht zu vergleichen ist die Situation eines Vorlesers, beispielsweise der Mutter oder dem Vater, die ihren Kindern vorlesen. Das Hörbuch bietet den Vorteil, dass sich auf nur eine Stimme konzentriert werden kann, die alle Personen und somit Stimmen des Buches übernimmt. Über einen längeren Zeitraum kann dies wesentlich angenehmer als mit gemischten Stimmen ausfallen.

Das Hörspiel

Im Gegensatz zum Hörbuch werden beim Hörspiel verschiedene Stimmen verwendet, um die Geschichten wesentlich lebendiger und aktiver zu erzählen. Oft kommt es vor, dass Hörspiele auch mit Soundeffekten unterlegt sind, um die passende Stimmung beim Zuhörer zu erzeugen. Hörspiele werden gerne gehört, um sich auf dem Sofa nach einem langen Tag zu entspannen und neue Gedanken in den Kopf eindringen zu lassen.

Der aktuelle Trend zeigt auf, dass Hörbücher und Hörspiele größtenteils über Smartphones gestreamt und zuhause oder im Auto genossen werden. Die Amazon-Tochter Audible bietet als Marktführer für Hörbücher in Deutschland eine eigene App für Android und iOS an. Im Jahr 2016 streamten bereits 29 Prozent der befragten Nutzer von Hörbüchern ihre Favoriten über das Smartphone, laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Edison Research. Doch was ist neuerdings so interessant an Hörbüchern, die bislang kaum beachtet wurden und im Online-Vertrieb kaum einen Platz fanden? Die am häufigsten genannten Gründe sind folgende:

  1. Neben dem Hören des Hörbuchs oder Hörspiels bleibt noch Zeit zum Erledigen von anderen Dingen.
  2. Hörbücher sind ein flexibles Medium, welches von überall geordert und benutzt werden kann.
  3. Der psychische Effekt: es tut gut, eine Geschichte vorgelesen zu bekommen.

Welche Akteure finden sich im deutschen Hörbuchmarkt?

Im deutschen Hörbuchmarkt präsentieren sich mehrere Akteure wie der öffentlich-rechtliche und der privatwirtschaftliche Hörbuchmarkt. Beide arbeiten mit verschiedenen Grundsätzen und Berechtigungen, die auf den Endverbraucher ausgerichtet sind. Auch die verschiedenen Arten von Hörbüchern werden auf unterschiedlichen Gebieten eingesetzt und erreichen verschiedene Zielgruppen.

Gibt es Prominente, die Hörbücher einsprechen?

Es kommt sehr oft vor, dass die Produzenten von Hörbüchern auf prominente Stimmen zurückgreifen, um einen höheren Widererkennungswert zu erreichen. Ein bekanntes Beispiel bietet Martin Keßler, der unter anderen den Muskelprotz Vin Diesel und Nicolas Cage synchronisiert hat. Auch im Videospiel Tom Clancy’s Splinter Cell ist Martin Kessler vertreten. Ein weiteres Beispiel bietet Erik Räuker, der bekannt durch die Synchronstimme in der Serie Sherlock Holmes wurde. Ebenso las er für den Klassiker Edgar Allen Poe und Franz Kafkas Prozess.

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