VPN: Anonym im Internet surfen ohne Risiko?

Ist es eigentlich in Deutschland möglich anonym im Internet surfen zu gehen? Ich versuche mal eine Antwort  in Verbindung mit VPN-Services zu liefern.

Hast du schon mal darüber nachgedacht, einen VPN-Service zu nutzen, um anonym im Internet zu surfen? Genau, VPN (Virtual Private Network) ist dieses anonymisierte Surfen im Internet – Quasi so, als würde dein Netzwerkkabel beim Surfen bei jemand anderem connected sein. Es gibt viele verschiedene VPN Anbieter, die versprechen, gegen monatliche oder jährliche Gebühren anonymes Surfen im Internet möglich zu machen. Die Technik, die dahintersteckt ist immer die gleiche: Dein Internetzugang wird über ein Virtual Private Network geleitet. In dem Moment, wo du dich ins Internet einloggst, verbindet sich dein Rechner nicht wie bisher mit der aufgerufenen Webseite und dem dazugehörigen Webserver, sondern über eine verschlüsselte und damit relativ sichere Verbindung mit dem Server des VPN-Anbieters. Der leitet wiederum deine Anfrage dann an die entsprechende Webseite weiter.  
VPN - anonym surfen

VPN – anonym surfen

Und wie sicher ist so ein VPN-Service?

Benutzt du beispielsweise einen VPN-Dienstleister, der seinen Server in Großbritannien stehen hat, dann kann man von Deutschland aus nur feststellen, dass du dich regelmäßig mit einem Server in UK verbindest. Was dort weitergeschieht, welche Internetseiten du wirklich besucht hast, ist von Deutschland aus nicht feststellbar. Auch auf dem Webserver, auf dem die Webseite liegt, die du besuchst, kann man deine wahre Identität nicht feststellen. Dort kann man nur feststellen, dass ein Zugriff über den Server des VPN-Anbieters erfolgt. Also, soweit eine tolle Sache, um die Privatsphäre zu schützen und gewissen Dienste, die im eigenen Land gesperrt sind. So können Menschen zum Beispiel in Ländern mit eingeschränkter Pressefreiheit (nehmen wir mal Ägypten oder Iran) relativ leicht mit Hilfe von VPN-Services zensierte Webseiten aufrufen, die in ihrem Heimatland gesperrt sind.

Völlig unsichtbar ist man dennoch nicht

In falscher Sicherheit solltest du dich dennoch nicht: Wenn es hart auf hart kommt, bietet ein VPN-Dienstleister nur begrenzten Schutz. Die Schwachstelle so eines VPN-Dienstleisters ist leicht erkennbar – Dienstleister selbst ist die Schwachstelle, der dazu in der Lage ist, zu protokollieren mit welcher Webseite sich welcher Benutzer verbunden hat. Diese Feststellung mussten auch schon User des britischen Dienstes Hidemyass.com machen, einem der größten Anbieter von VPN anonymisierten Internetzugängen. Im Jahr 2011 mussten drei Amerikaner, die an Einbrüchen in Sony-Server beteiligt gewesen waren und dort illegal Nutzerdaten kopiert hatten, feststellen, dass VPN keinen Schutz vor Strafverfolgung bietet. Die drei hatten den VPN-Dienst genutzt, um ihre Identität zu verschleiern. Nach einer Anfrage der Strafverfolgungsbehörden hatten die VPN-Betreiber den Ermittlern Zugang zu den gespeicherten Verbindungsdaten gewährt – zwangsläufig. So war es kein Problem, die Identität der drei Männer ausfindig zu machen. VPN ist somit nicht geeignet, um die eigene Identität bei schweren Straftaten zu verschleiern, zumindest nicht, wenn es sich um kommerzielle Anbieter handelt, die in Ländern liegen, die mit EU- oder US-Behörden kooperieren … zum Glück aber auch!

Nützliche Links zum Thema:

Wem das Thema weiter interessant, der kann sich mal einen umfassenden Test von “Hidemyass” anschauen: Hidemyass (hma pro vpn) Test. Welcher VPN-Service am besten für Deutschland geeignet ist, sagt dir hingegen Bestvpnservicemag.com Dort findest du sicherlich auch für dein Vorhaben den richtigen VPN-Service.

3 Antworten

  1. AV100.de sagt:

    Ich hatte mich mit dem Thema auch schon mal auseinandergesetzt als ich versucht hatte auf Teufel komm raus im Ausland auf mein Skygo zugreifen zu können.
    Da hatte ich gedacht wenn ich anonym surfe also auch ohne eine Länderkennung zu übertragen könnte ich die Sperre von Sky umgehen. Denn Skygo kann man nur empfangen wenn man sich in Deutschland oder Österreich befindet.

    Das hat leider nicht geklappt. Ansonsten ist anonymes sufen für mich nicht wichtig.

    Grüße
    Lothar

    • Vanderelbe sagt:

      Moin Lothar,
      wie hast du es denn versucht? Es gibt ja auch kostenlose VPNs, die oft auch nicht so laufen wie man es sich wünscht (aus eigener Erfahrung).
      Wer es nicht braucht, sollte es auch nicht nutzen, um die “Umwege” nicht in Kauf zu nehmen.

      Schönen Abend noch
      Grüße Stefan

  2. Vanderelbe sagt:

    Hallo Lothar,
    irgendwie habe ich dein Kommentar, wofür ich mich bedanke, übersehen. Darauf möchte ich natürlich antworten.
    Also das Thema SkyGo im Ausland interessiert mich natürlich auch und frage dich deshalb, welchen Proxy hast du damals verwendet? Meine Erfahrungen waren ja durchwachsen. Ich konnte aber feststellen, dass kostenlose Weiterleitungen oft nicht richtig funktionieren. Manchmal liegt es aber auch an einem selbst, wenn man etwas nicht genau einrichtet.

    Viele Grüße
    Stefan